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Metrobox / Dom Skateboarding e.V.

Skating the City

„Wie man weiß, kann die Wahrnehmung und Interpretation von urbanen Räumen sehr unterschiedlich ausfallen. Während die einen den gepflasterten Platz in der Nähe ihrer Wohnung als idealen Standort für ein nettes Café betrachten, sehen andere darin lediglich die Verschwendung von potenziellen Parkplätzen. Wieder andere bringen ihr Skateboard mit und freuen sich über die gute Befahrbarkeit dieser Fläche. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Roncalliplatz direkt vor dem Kölner Dom, ein großes Rechteck, flankiert vom Römisch-Germanischen Museum und vom Hotel am Dom. Seit über 25 Jahren treffen sich hier Skateboardfahrer, weil dieser Platz durch seine Lage und Beschaffenheit der mit Abstand attraktivste in der Stadt ist. Dass dabei Konflikte mit Dom-Touristen, Museumsbesuchern und Hotelgästen entstehen, kann nicht wirklich überraschen – nur: Wie
geht man damit um? Verbote und Platzverweise auszusprechen oder etwa die Kanten der dort vorhandenen Hochbeeteinfassungen so zu behandeln, dass sie die Skater für ihre Zwecke nicht mehr nutzen können (wie vor einem Jahr geschehen), kann natürlich keine Lösung sein.
Seit einiger Zeit wird nun versucht, das Problem durch die Schaffung einer echten Alternative zu entschärfen. Daran wollen auch die Skater selbst aktiv mitwirken und haben den Verein Dom Skateboarding gegründet, der mittlerweile mehr als 500 Mitglieder zählt. Unterstützt wird er in dieser Sache vom Kölner Architekturbüro Metrobox, das verschiedene denkbare Standorte für einen Skatepark untersucht, darüber hinaus aber auch das Konzept einer „befahrbaren Stadtlandschaft“ entwickelt hat, das sowohl den Bedürfnissen der Skateboarder als auch den stadtgestalterischen Ansprüchen aller anderen Nutzer entsprechen soll.
Während der plan-Woche steht auf dem Roncalliplatz ein Info-Container, in dem das bisherige Geschehen, der aktuelle Stand der Dinge und die möglichen Zukunftsperspektiven dargestellt werden. Über die Stadt verteilt finden täglich Aktionen an den unterschiedlichsten Orten statt, zu denen nicht nur Skaterboarder, sondern alle Interessierten eingeladen sind. (Die jeweiligen Orte und Zeiten werden unter http://www.dom-skateboarding- ev.de bekannt gegeben.) Die dort gedrehten Videos sind am jeweils darauffolgenden Tag im Info-Container zu sehen.
Mit dieser Initiative soll die Verständigung zwischen den Betroffenen verbessert und ein konstruktiver Dialog ermöglicht werden. Die Diskussion der alten Frage „Wem gehört die Stadt?“ wird dabei mit Sicherheit intensiv geführt.“ (Plan09, plan-project.com)

Ort:
Info-Container, Roncalliplatz, Innenstadt

Öffnungszeiten:
25.09., 18–22 Uhr, Eröffnung
26.–02.10., 13–21 Uhr

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Über metroboxarchitekten

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